Reiseberichte

Eindrücke während eines Hilfseinsatzes von Marianne Graf im Norden Albaniens

2015

Ich war dort ………..
……… Angesichts der vielen Katastrophen die zurzeit in den Medien immer wieder sehr präsent sind, ist es nicht immer einfach, sich im täglichen Leben von Herzen zu freuen. Ich möchte in diesem Artikel auf ein Land hinweisen, das verschwiegen wird, für das niemand die Stimme erhebt.
Vor einigen Monaten durfte ich mit Frau Marianne Graf in ihr „Einsatzland“ Albanien mitreisen. Da ich selbst seit Jahren in Tansania mit Projekten beschäftigt bin, weiß ich um Armut und Elend sehr wohl Bescheid. Umso bewegter war ich, als ich die Situation vor unserer „Haustür“ in Albanien gesehen habe. Es ist eine gefühlte Ohnmacht, wenn man im Herzen Europas so etwas erlebt. Bittere Armut, Hoffnungslosigkeit, Vereinsamung prägen dieses Land abseits der Großstädte.
Gleich nach unserer Ankunft sind wir zu einer Familie gefahren, wo dieses Ausmaß an Armut deutlich sichtbar wurde. Der gehunfähige Vater kann seit 12 Jahren aufgrund eines Arbeitsunfalles keine Art von Arbeit tätigen bzw. finden. Die Familie hat 4 Kinder, wobei die älteste Tochter, gerade 16, alle „Gelegenheitsarbeiten“ in der weit entfernten Hauptstadt annehmen muss, damit ihre Geschwister und die Eltern überleben können. Das „Haus“, für uns nicht einmal ein Schuppen, welches im heurigen Winter zum Teil eingestürzt ist, dient als Behausung. (siehe Fotos und Bitte um Hilfe)

Noch unzählige weitere Beispiele könnte ich aufzählen… Im Winter, der im nördlichen Bergland wirklich sehr kalt ist, haben viele Familien kaum die Möglichkeit, dass sie mit ein paar Stück Holz einen einzigen Raum beheizen können, das Erarbeiten von Lebensmitteln hat Vorrang. Vom Staat ist überhaupt keine Hilfe zu erwarten. Die demokratische Regierung ist nach Jahrzehnte langer Isolation eines der gewalttätigsten Regimes nun seit Jahren damit beschäftigt, dringend notwenige Infrastruktur wie Straßen, Elektrizitäts- und Wasserversorgung aufzubauen.
Auch eines hat mich sehr beeindruckt: niemand hat auch nur ansatzweise gebettelt. Die erste Frage war stets, wenn wir wo angekommen sind: „Bitte, bitte, haben Sie Arbeit für mich?“
Dank Marianne Graf haben tausende Bewohner des Landes wieder Hoffnung erhalten. Unzählige Schulen, Kindergärten, Wohnhäuser, soziale Einrichtungen uvm. wurden von ihr unter Mithilfe der Einheimischen in den letzten 23 Jahren errichtet.
Die beste Vorsorge, um Flüchtlingsströme zu verhindern ist, wenn man vor Ort den Menschen Hoffnung schenkt. Ich selbst darf es immer wieder in Tansania erleben, und habe es auch im großen Ausmaß in Albanien erlebt. So danke ich herzlichst Marianne für ihren unermüdlichen Einsatz in diesem Land. ………………………….

Pf. Mag. Josef Windisch

Bericht über eine Reise mit Marianne Graf durch Nordalbanien

Juni 2014

Schon seit fast 20 Jahren unterstützt unsere Selbstbesteuerungsgruppe neben anderen Projekten in Afrika und Südamerika die Arbeit von Marianne Graf in Albanien. Mehrmals war sie in dieser Zeit auch in Birkfeld zu Gast, und die Bilder über die Lebensverhältnisse der Menschen in Nordalbanien, die sie in ihren Vorträgen zeigte, hatten bei den Besuchern immer tiefe Betroffenheit ausgelöst. Aber ein Besuch am „Schauplatz“ war für mich, der in 20-jähriger Tätigkeit bei Hilfsprojekten in Rumänien einiges an Armut erlebt hatte, ein echter Schock. Von 20. bis 24. Juni 2014 durfte ich Frau Marianne Graf nämlich auf einer Reise durch ihre Projektgebiete begleiten.
Tief betroffen war ich von den Wohnverhältnissen, unter denen manche Familien leben müssen. Im Rahmen der Reise besuchten wir nämlich einige Familien, die von den Dorfgemeinschaften oder Bürgermeistern als besonders hilfswürdig angesehen werden und sich mit der Bitte um Hilfe bei der Verbesserung ihrer Wohnsituation an Marianne Graf gewendet hatten. Es geht einem schon sehr nahe, wenn man sieht, wie viele Personen auf engstem Raum in desolaten Häusern leben, deren Dach undicht ist und einzustürzen droht und wo ein 89-jährige altes Mütterchen bei Regen in ihrem Bett mit der Plastikplane zugedeckt wird und dann das Gefühl hat fast zu ersticken. Für solche Familien ist die Organisation Albania-Austria-Partnerschaft, die schon seit 22 Jahren an vielen Stellen in Albanien unendlich viel Gutes getan hat, oft die einzige Anlaufstelle. Bei meiner Reise sah ich neben den vielen Schulen, Kindergärten, medizinischen Einrichtungen, Hängebrücken, Sozialprojekten usw. immer wieder Tafeln, welche die vielfältige Arbeit von Frau Graf, ihrem Mann und dem langjährigen albanischen Koordinator Skender Thaci deutlich dokumentieren.

Ich erlebte immer wieder, wie die Menschen in den Landkreisen Puke und Mirdita Mariana, den „Engel Albaniens“ umarmen, sich für die Hilfe weinend bedanken oder bei Hilfsansuchen ihre Hoffnung auf sie setzen.
In Albanien arbeitet sie mit sozial engagierten Menschen, wie etwa dem Bischof der Diözese Rreshen, Cristoforo Palmieri zusammen, der sich bei einem Besuch voll des Lobes über ihre Arbeit zeigte und sie innig weiterhin um ihre Hilfe bat.

Das wichtigste Gebot für Marianne Graf ist, den Leuten im Land, Arbeit, Bildung und ärztliche Versorgung zu sichern. Ihr Hilfskonzept ist perfekt durchdacht und umfassend. So finden sich in ihrem Programm auch Aufforstung, landwirtschaftliche Hilfe für Kleinbauern, oder auch Dorferneuerungsstrategien. Eben Hilfe zur Selbsthilfe!

Dies ist meiner Meinung nach auch die beste Art zu helfen. Dazu kommt noch, dass Marianne und Willi Graf alle Overheadkosten der Organisation aus eigener Tasche bezahlen. So kommt jeder gespendete Euro direkt den Leuten vor Ort zu Gute!!!
Die vielen berührenden Eindrücke vom enormen Einsatz von Frau Graf und von den gewaltigen Hilfeleistungen, die ich in diesen fünf Tagen sammeln konnte, möchte ich in Vorträgen weitergeben und so auch mithelfen, dass diesen fleißigen und doch so armen Menschen neben uns in Europa geholfen werden kann. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie sehr sich unsere Mithilfe lohnt!

Walter Gissing, Selbstbesteuerungsgruppe Birkfeld

Besuch in Rubik im Rahmen der „Politischen Bildungsreise Albanien“
der Akademie Graz

von 11. bis 15. Mai 2011

Gleich vorweg: für die Teilnehmer der Reise war dieser Programmpunkt der Höhepunkt der Reise!

Wir kamen mit einstündiger Verspätung nach Rubik und wurden dort im Bildungshaus der AAP schon sehr erwartet. Noch im Freien fand eine herzliche persönliche Begrüßung durch Bürgermeister Mark Ruci, den Koordinator Skender Thaci, eine Dolmetscherin und eine Reihe von Männern und Frauen statt. Dann wurden wir in den Tagungsraum geführt, wo wir an einem langen Tisch Platz nahmen, Gastgeber und Gäste einander gegenüber. Hier wurden wir offiziell begrüßt – eine der Organisatorinnen unserer Reise sagte nachher, sie sei sich vorgekommen wie bei einem kleinen „Staatsbesuch“. Der Bürgermeister und der Koordinator stellten die Projekte der AAP im Raum Rubik vor, gedolmetscht wurde englisch nach Rückfrage. Aufgezeigt wurde u.a. die Wichtigkeit und Effektivität der verschiedenen Kurse im Bildungshaus, so unter anderen Computer-, Sprach-, Nähkurse, Kochkurse, ect .
Ergebnisse der Kurstätigkeit, die von Soroptimist Österreich / International finanziell ermöglicht wird, konnten wir live erleben. Wir wurden in den Festsaal gebeten, wo wir vor der Bühne Platz nahmen, um eine professionelle Vorführung der Kinder-Folkloregruppe zu erleben. Es war großartig, mit welcher sichtlichen Freude und mit welchem Schwung und Gefühl für Rhythmus die Kinder tanzten und auf traditionellen Instrumenten musizierten. Betreut von den Venerinischwestern im Bildungshaus! Und in der farbenfrohen Tracht, deren Anfertigung nach alten Mustern nach dem Verlust der Tradition in der Kommunistenzeit erst wieder erlernt werden musste. Nicht nur Kinder lernen die überlieferten und wieder „ausgegrabenen“ Tänze und Lieder. Traumatisierten Frauen wird die Möglichkeit geboten im Ausdruckstanz ihre schlimmen Erlebnisse zu verarbeiten.

Da wir ja zeitlich arg im Verzug waren (siehe oben) wechselten wir nach der Tanzvorführung gleich wieder in den Tagungsraum. Der hatte sich inzwischen verwandelt: Frauen hatten mit geschickten Händen ein reichhaltiges Buffet aufgebaut – wie wir erfuhren, nach Absolvierung eines Kurses für Ernährungslehre und Kochen! Von köstlichen Vorspeisen und Salaten aus Produkten der Region über albanische Spezialitäten wie Tave dheu, einen Auflauf mit Lammleber und pikante Strudel bis zu Süssigkeiten wie Baclava und Halva bot sich uns eine reiche Palette albanischer Küche dar, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Leider konnten wir diesen Köstlichkeiten nur wenig Zeit widmen, was nicht nur wir, sondern auch unsere Gastgeberinnen bedauerten. Auch zur Besichtigung der mit Computern und Nähmaschinen bestens ausgestatteten Kursräume hätten wir uns mehr Zeit gewünscht.

Als nächstes war ein Besuch im Sozialhaus vorgesehen. Dort befindet sich die kleine Werkstätte mit Nähmaschinen und Webstuhl und wir trafen die Frauen, die die Taschen mit der eingetragenen Marke ahiqa – Albanian-Highland-Queen-Art, designt und jede einzelne vorbereitet von Marianne Graf, nähen. Einige Taschen wurden von den Teilnehmern erworben, leider waren nur wenige Stücke vorrätig. Nach herzlicher Verabschiedung machten wir uns auf zum Friedensweg. Am Beginn der Hauptstraße blieben wir noch an der Straßentafel „Rruga Marianne Graf“ stehen, um die auf einer großen blauen Tafel aufgelisteten AAP-Projekte zu studieren. Wie hat sich doch Rubik gewandelt! Hinter uns ein frisch geweißter Plattenbau, der vor kurzem noch ganz grau war, vor uns blühende Sträucher als Straßenbegrenzung! Ein kleines, aber sichtbares Zeichen für das Greifen des umfassenden Stadtentwicklungsprojekts von Marianne Graf.

Weiter ging es bergan, vorbei an den Kreuzwegstationen über die im Rahmen eines Arbeitslosenprojektes sauber verlegten Steinplatten, die wiederum von Steinklopferfamilien angekauft worden waren. In der kleinen katholischen Christi-Himmelfahrts-Kirche, die in der Zeit der atheistischen Diktatur bis auf Teile der Apsis mit wertvollen Fresken vollständig zerstört worden war, erwartete uns ein kunsthistorisch versierter Journalist mit einer „Kirchenführung“. Auch hier Zeitdruck. Aber für die paar Schritte auf das Plateau mit dem Schöpfungsstein, entworfen von Marianne Graf als Friedenszeichen mit den Symbolen der abrahamitischen Religionen, musste Zeit sein. Von dort blickten wir hinunter auf das Flussbett des Mat, der nun von der neuen Autobahn begleitet wird und auf den Kreisverkehr, über den Rubik an die Autobahn angebunden ist – vor ein paar Jahren noch völlig unvorstellbare Zukunftsvision! Dahinter fällt der Blick aber auch auf die geschlossenen, desolaten Industrieanlagen – und ich habe plötzlich die Vision, dass in paar Jahren dort dank finanzkräftiger Investoren wieder Leben einkehrt….

Der Koordinator hat uns die ganze Zeit begleitet, mit unserem albanischen Begleiter Mihallaq als Dolmetsch an der Seite, und wie wir zu unserem Bus zurückkehren, ist der Bürgermeister da um uns herzlich zu verabschieden, mit ihm einige der Frauen und Männer, die im Bildungshaus dabei waren und eine Schar Kinder. Es war, wie eingangs gesagt, ein großes Erlebnis für uns ÖsterreicherInnen. Aber wie hat „unser Albaner“ das Ganze aufgenommen? Mihallaq, der im Bus und unterwegs bei den Rundgängen durch die Innenstadt von Tirana, uns Einblick in die wechselvolle Geschichte des Landes und in die aktuelle politische Situation gab. Also sprach ich ihn nach unserem Besuch in Rubik daraufhin an. Er sei tief bewegt und beeindruckt, sagte er, er habe ja schon von den Projekten gehört, aber nicht gewusst, was davon wirklich zu halten sei. Er sei prinzipiell Hilfsorganisationen gegenüber sehr skeptisch, weil sie oft mehr Schaden als Nutzen anrichteten. In diesem Fall aber sei er von der Effektivität voll überzeugt worden. Und er sei auch sehr stolz auf seine albanischen Landsleute, dass sie so aktiv mitmachten. Abends beim Abschiedsessen in Shkoder, wo wir noch der Burg Rozafa einen Besuch abstatteten, bevor wir nach Montenegro weiterfuhren, ließ er den anerkennenden Worten Taten folgen: er überreichte uns das ungeöffnete Kuvert mit dem Trinkgeld, das wir für ihn zusammengelegt hatten, für die Projekte von Marianne Graf. Davon waren wiederum wir alle sehr berührt und dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Graz, Juni 2011 Dr. Edda Habeler, Dr. Roswitha Haberfellner

Eine unvergessliche Reise nach Albanien

Sommer 2009

Im Juli dieses Jahres hatte ich die einmalige Gelegenheit, Frau Dr. Marianne Graf, Gründerin und Leiterin der privaten Hilfsorganisation ALBANIA-AUSTRIA-PARTNERSCHAFT, bei einem Hilfseinsatz zu begleiten. Wir bereisten den nördlichen Teil Albaniens, wo auch der weite Wirkungsbereich ihrer Hilfsorganisation ist.
Weit über eintausend Kilometer legten wir in diesen Tagen auf zum Teil sehr holprigen Pisten zurück. Wir kamen bis in die entlegensten Bergdörfer, wo auch die Not am schlimmsten ist. Hier begegneten wir Großfamilien, denen buchstäblich das Dach über dem Kopf zusammenfällt.
Wenn man bedenkt, dass in diesem Gebiet im Winter die Temperaturen bis auf minus 20 C° fallen, diese Häuser weder einen Ofen im Haus haben und dann noch das Regenwasser durchs Dach eindringt, frag ich mich, wie hält so etwas ein Mensch aus?
Marianne Graf setzt hier an. Mit Ihrer Hilfsorganisation stellt sie Geld für notwendige Baumaterialien und die Bezahlung der Arbeitskräfte zur Verfügung. Bedingung ist, dass ein Professionist vor Ort ist und die Hilfsarbeiten von Arbeitslosen aus der Umgebung übernommen werden.

Das wichtigste Gebot für Marianne Graf ist, den Leuten im Land, Arbeit, Bildung und ärztliche Versorgung zu sichern. Ihr Hilfskonzept ist perfekt durchdacht und umfassend. So finden sich in ihrem Programm auch Aufforstung, landwirtschaftliche Hilfe für Kleinbauern, oder auch Dorferneuerungsstrategien. Eben Hilfe zur Selbsthilfe!
Dies ist meiner Meinung nach auch die beste Art zu helfen. Dazu kommt noch, dass Marianne und Willi Graf alle Overheadkosten der Organisation aus eigener Tasche bezahlen. So kommt jeder gespendete Euro direkt den Leuten vor Ort zu Gute!!!
Die vielen berührenden Eindrücke vom enormen Einsatz von Frau Graf und von den gewaltigen Hilfeleistungen, die ich in diesen fünf Tagen sammeln konnte, möchte ich in Vorträgen weitergeben und so auch mithelfen, dass diesen fleißigen und doch so armen Menschen neben uns in Europa geholfen werden kann. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie sehr sich unsere Mithilfe lohnt!

Peter Painer, Gartengestaltung und Baumschule Eggersdorf

Albanien-Reise mit Marianne Graf

Herbst 2005

Der Koordinator von Albania-Austria-Partnerschaft (AAP), Herr Skender Thaci, erwartete uns am Flughafen in Prishtina, um uns zu einem „Traumatisiertenheim“, das 1999 von Marianne Graf das erste Mal besucht wurde, zu bringen. Das Haus war zerbombt, Kinder waren schwer traumatisiert und zum Teil verletzt. Führende Politiker waren bereits im Heim (Albright, Kofi Annan). Auch die UNICEF war hier, hat fotografiert, Zeichnungen bekommen, einen Kalender daraus gemacht, ………… dabei blieb es. AAP hat gemeinsam mit der Caritas Graz das Heim wieder aufgebaut. Zur Zeit werden 250 traumatisierte Kinder und einige Mütter betreut, unterrichtet und im Nähen ausgebildet. Dr. Flora Brovina, die Heimleiterin, die selbst in serbischen Gefängnissen gefangen war, eine Ärztin und Parlamentsabgeordnete, arbeitet in ihrer Freizeit mit einigen jungen Frauen im Heim. Sie kann trotz ihrer Verbindungen wenig oder fast gar nichts erreichen, es gibt riesige Versorgungsprobleme. Die Kinder waren über den Besuch sehr erfreut und haben voll Stolz gezeigt, was sie gelernt haben. Zeichnungen und Schulhefte wurden gezeigt, Gedichte vorgetragen.

Abends trafen wir einen zufällig in Prishtina weilenden Parlamentarier Albaniens. Er erzählte mir, dass keine Hilfsorganisation so vielseitig und effizient arbeitet, wie die von Marianne Graf. Er erzählte mir auch, dass Marianne Graf stark in der Konzepterstellung für moderne Gemeindeführung mitarbeitet und diesbezüglich in Rubik schon einiges erreicht hat.

Am Morgen dieses Tages wurde ein von Marianne Graf gebauter, multiethnischer Kindergarten eröffnet, ein wirklich großes Friedensprojekt. Roma, Kosovo-Albaner, Ashkali und Bosnier warteten friedlich vereint und erfreut auf die Eröffnung. UNO-Vertreter, Gemeindevertreter, der Regierungsbeauftragte der Minoritäten, alle waren sie da.

Aufbruch nach Albanien. Bei Kukes fuhren wir über die Grenze. Zur großen Überraschung Mariannes war der große Drin-Stausee fast leer, der 70 % des Stromes für das Land liefert, d.h., wenn kein Wunder geschieht und nicht genug Regen fällt, wird es im Winter keinen Strom geben. Sabotageakt? Naturkatastrophe? Unglück? Jedenfalls ein schwieriges Stück Arbeit für die neu gewählte Regierung.
Obwohl wir mit einem Leihauto und nicht im bekannten Auto der Albania-Austria-Partnerschaft unterwegs waren, verbreitete sich die Kunde, dass Marianne wieder im Land ist, wie ein Lauffeuer. Der Bürgermeister einer kleinen Stadt stand plötzlich an der Straße und bat um ein Gespräch. Unser Gepäck wurde umgeladen und schon ging es wieder ein Stück des bereits zurückgelegten Weges retour in eine Gaststätte, dort breitet er seine Sorgen aus.
Als wir in der Dunkelheit das Lokal verließen, standen Angehörige der Familie Hasani plötzlich vor uns. Wieder wurde unser Gepäck umgeladen – wir, noch fünf Personen und eine Ziege fuhren in einer rostigen Klapperkiste mehr als eine Stunde einen abenteuerlichen Weg in ein Bergdorf. Den letzten Rest des Weges legten wir in stockfinsterer Nacht zu Fuß zurück. Ein freundlicher Empfang durch die Familienmitglieder ließ uns die Mühsal vergessen. Marianne hat dieser Familie und dem Dorf sehr geholfen. Eine Schule wurde in der Nähe renoviert, Straßen wurden so gut wie möglich befestigt, Zement wurde verteilt, um die Häuser notdürftig zu renovieren, Obstbäume wurden eingesetzt. Voll Stolz wurden wir mit Produkten, die sie selbst erzeugt haben, bewirtet.
Eine Familie im Hochland verdient durchschnittlich 100 € im Jahr, davon müssen sie leben. Ein Sohn der Familie arbeitet in Griechenland, mit seinem Gehalt unterstützt er die 19 Familienmitglieder. Die anderen Söhne versuchen, durch Gelegenheitsarbeiten das Einkommen aufzubessern.
Die Frauen kränkeln und gehören medizinisch und durch praktische Unterweisungen unterstützt, jedes Kind nimmt ihnen etwas von ihrer Gesundheit und Kraft.

Wir verabschieden uns am Morgen. Auf der Rückfahrt machen wir Halt bei einer Familie, die dringender Hilfe bedarf. Im Haus nur gestampfter Lehmboden und in der Mitte ein kleiner Sparherd. Bei Schlechtwetter regnet es durch das Dach, der Lehmboden wird aufgeweicht. Die Bewohner streuen dann im Herbst gesammelte Blätter darüber, um überhaupt im Haus leben zu können.
Wir besuchen die Schule des Dorfes, sie gehört ebenfalls dringend renoviert, das Dach ist durchlässig, die Mauern bröckeln herab, die Fenster sind zum Teil kaputt – im Winter muss es im Klassenzimmer entsetzlich kalt sein.
Ich bin tief betroffen – so viel Armut und Hoffnungslosigkeit, und das mitten in Europa, nur eine Flugstunde von uns entfernt!

Auf der Weiterfahrt besuchen wir in Lagja Zezaj einen Kinderhort. Es tut meiner Seele gut nach den traurigen Kindern im Hochland, Kinder zu sehen, denen es Dank Mariannes Hilfe endlich besser geht – gesunde, rotwangige Kinder in bunten Räumen mit Spielzeug, kleine saubere Bettchen und Zuwendung von der Heimleiterin und ihren Helferinnen.
Wir fahren an einer gerissenen Hängebrücke vorbei, die zur Zeit von der Albania-Austria-Partnerschaft repariert wird. Mariannes Hilfe ist allgegenwärtig – woher nimmt sie nur die Kraft?

Auf der Hochebene von Puke treffen wir Pater Giovanni, einen italienischen Priester.
Mit Hilfe der AAP wurde ein Agrarkleinprojekt zur Vermarktung und Erzeugung von Lebensmitteln verwirklicht – eine Verarbeitungsstätte wurde gebaut, um Wurst und Schinken darin reifen zu lassen und die Marmeladen verschiedenster Sorten lagern zu können. Pilze, Kräuter für Tees werden gesammelt und getrocknet. Pater Giovanni will versuchen, die Waren nach Italien zu exportieren. Eine Baumschule wurde aufgebaut. Vom Erfolg des „Aufba(ä)umens“ konnten wir uns überzeugen, die ersten ausgepflanzten Bäumchen sind schon größer als Marianne.

Mit Pater Giovanni wird auch die Aktion „Adlernest“ durchgeführt – kranke und ärmste Kinder aus den Städten werden zu ihm in die Ferien geschickt. Hier ist noch viel Hilfe zu leisten und Arbeit zu tun.

Am Abend sind wir in Tirana in der Wohnung von Marianne. Der Bürgermeister von Rubik hat sich angesagt, er hat schon von einem LKW-Fahrer von unserer abenteuerlichen Fahrt und Übernachtung im Hochland gehört. Mariannes Aufenthalt und ihre Route durch das Land bleibt nicht geheim.
Heute haben sich schon viele Menschen bei Marianne angesagt:
Ein Parlamentsabgeordneter in Lezhe, Prec Zogaj (ein berühmter Schriftsteller in Albanien), ersucht Marianne, eine multiethnische Schule in einem Stadtteil, in dem es noch keine Schule gibt, aufzubauen. Auch der Landeshauptmann ist zu diesem Treffen mit einem italienischen Padre gekommen. Sie alle wollen diese Schule für alle Menschen – Roma, Ashkali und Albaner – bauen. Auch ohne Albanischkenntnisse bekomme ich mit, wie diese Männer auf den Rat Mariannes hören. Sie versucht, demokratisches Denken zu verbreiten und gemeinsam mit den Politikern aller Parteien das Land in eine bessere Zukunft zu führen.

Weiterfahrt nach Mirdita – Kleinhandwerksbetriebe werden hier erfolgreich unterstützt, wie z. B. ein Schmied, ein Steinmetz. Marianne besucht ihn, er hat den Friedensbrunnen von Rubik gemacht. Auf der Weiterfahrt sehen wir die Schule von Fang, finanziert vom Osttiroler Lehrerverband und ein Straßen-Ambulatorium, vom Sternkreuzorden finanziert. Anstelle von Ortstafeln sehe ich auf dieser Fahrt viele Tafeln, die auf erfolgreiche Projekte der Austria-Albania-Partnerschaft hinweisen. Mariannes Hilfe ist allgegenwärtig!

Wir kommen nach Rubik.
In dieser Stadt wird Mariannes Erneuerungskonzept umgesetzt: Als Arbeitslosenprojekt konzipiert, werden Gehwege gepflastert, Blumen und Sträucher gepflanzt, Sitzbänke aufgestellt, ein Friedensweg gebaut. Das Bildungshaus in Rubik wurde besucht. Der Grund wurde von der Kirche geschenkt, die Betriebskosten werden von der Gemeinde übernommen – einmalig bis jetzt, dass Kirche und Staat zusammenarbeiten.
Durch den derzeitigen Strommangel gibt es nur Unterricht in den frühen Morgenstunden. Bei unserem Besuch am Nachmittag gab es keinen Strom mehr und die Schüler waren nicht mehr im Haus. Mit unseren Computern wird auch Sprachunterricht erteilt (Englisch, Französisch und Deutsch). Die Schwester erzählt, dass der Ansturm sehr groß ist. Der Versammlungssaal wird für alle Veranstaltungen der Gemeinde und der Pfarre benützt.

Friedensweg
Marianne hat für diesen Friedensweg 16 Steinhauer und viele Arbeitslose als Pflasterleger beschäftigt. Am Ende des Weges stehen eine Kirche und eine Klosterruine. Aus dieser Ruine soll das „Haus des Dialogs“ für Politiker, Künstler, Wissenschafter entstehen. In der Schale des Friedensbrunnens sind die Zeichen aller großen Religionen und am Rand Wegweiser zu den bekanntesten heiligen Stätten und zu den wichtigsten Städte, mit denen Albanien in irgend einer Form verbunden ist (Auswanderer) eingemeißelt. Ein alter Mann begegnet uns am Friedensweg, innigst dankt er Marianne.

Der letzte Tag in Albanien ist gefüllt mit Begegnungen und Gesprächen.
Fahrt über Elbasan, durch Mazedonien (Skopje) zurück nach Prishtina.
Zum Frühstück erscheint ein Architekt. Marianne erklärt ihm ihre Ideen und Vorstellungen für den Aufbau des Begegnungshauses in Rubik.
Der berührendste Moment der Reise:
Marianne trifft Ismet. Erinnerungen werden ausgetauscht, als Marianne und ihr Koordinator Skender Thaci mit Team nach dem Krieg (1999) die „Waldmenschen“ von Drenica betreut hat. In diese Dörfer um Drenas hat Marianne mit Unterstützung mehrerer Organisationen 1.000.500 kg Lebensmittel transportiert und ca. 500 Dachstühle aufgebaut! Eine unvorstellbare Menge, aber doch wahr – peinlichst genau dokumentiert.
Wie gut, dass ich mit Marianne diese Reise unternehmen konnte! Mit gewaltigen Eindrücken kehre ich aus dieser Region zurück, aber auch mit der Verantwortung, Marianne Graf und ihre Hilfsorganisation so gut ich kann zu unterstützen.

Am meisten beeindruckt hat mich aber Marianne selbst, ihr Wirken in diesem Land und ihr Einfluss auf die Menschen in Albanien. Sie ist für die Menschen Albaniens ein Geschenk des Himmels. Wir reden vom Frieden, Marianne zeigt uns, wie man den Menschen Frieden und Lebensfreude bringt.

Gudrun Haberfellner – Club Soroptimist Bruck/Mur

EINLADUNG
Gemeinde Rubik und Diözese Rreshen

geben sich die Ehre, Sie für den 01.09.2005 um 11 Uhr in die Stadt Rubik einzuladen.

Mit großer Freude geben wir bekannt, dass auf Initiative von Frau Marianne Graf, unserer geschätzten Kämpferin für Frieden und Menschenrechte, ein besonderes Kapitel in unseren gemeinsamen Bemühungen um gegenseitige Achtung und um ein Weiterschreiten in Verbundenheit in eine friedvolle Zukunft aufgeschlagen wird.

Am 1.September 2005 findet die Feierzeremonie zur Einweihung des gemeinsamen Friedenszeichens abrahamitischer Religionen, das erste diesbezügliche Monument am Balkan statt. Es ist das der Schöpfungsstein mit Lebensschale und wurde mit dankbarer Zustimmung und Unterstützung von

Erzbischof – Metropolit von Shkoder,
Vorsitzender der Bischofskonferenz
Eminenz Angjelo Masafra

Vereinigung der Orthodoxie
Seine Herrlichkeit
Prof. Dr. Anastas Janullatos

Vereinigung der Muslime
Sein geschätztes Oberhaupt H. Selim Muca

Weltzentrum der Bektashi
Seine Heiligkeit Haxhi Dede Reshat Bardhi

und mit höchstem Einsatz von Frau Dr. Marianne Graf, Präsidentin von Albania-Austria Partnerschaft verwirklicht.

Unser gemeinsames Gebet möge Segen auf die Menschen legen, die unser gemeinsames Friedenszeichen in Achtung vor unserem gemeinsamen Gott besuchen, seine Hilfe, seine Gnade, seine Erkenntnis und sein Licht erflehen.
Mit der innigen Bitte um die Ehre Ihres Besuches, um brüderliches Beisein bei diesem Festakt übermitteln Ihnen die vorhin Genannten Grüße in höchster Achtung.

Übersetzt von E.P.

Auszug aus dem Bericht über die Albanienreise (2005)

von Frau Mag. Maria Irnberger und Sr. Angela Platzer mit Marianne Graf

…so hatten wir die große Chance, eine Ahnung von Albaniens Schönheit und Albaniens Leid zu bekommen. ……….sofort ging es über Rumpelpisten, vorbei an schlecht gebauten, trostlosen Häusern, zusammengefallenen Fabriken, Müll, aufgebrochenen Gehsteigen Richtung Norden. Ein bedrückender Eindruck, ganz im Gegensatz zu der sonst so schönen Landschaft und den herzlichen Menschen. In Rubik gab es eine große Überraschung. Durch ein Arbeitslosenprojekt von AAP bietet der Ort einen Anblick des Aufbruchs: mit Steinplatten abgegrenzte Gehsteige, Grünpflanzen am Rand der Gehsteige, ein von AAP aufgebautes Bildungszentrum. Der Hang, an dem Rubik liegt, ist bereits mit Jungbäumen von AAP bepflanzt und der Höhepunkt: Der alte Kirchberg, ein historischer Boden Albaniens, auf dem das einzige Zeugnis christlicher Tradition im Land Mirdita die kommunistische Schreckensherrschaft überstanden hat, eine Apsis aus dem 12. Jahrhundert, dieser Berg wurde revitalisiert. Im Rahmen des Arbeitslosenprojektes wurde der Friedensweg mit Steinplatten gebaut, die Zufahrtsstraße wurde sogar vom Staat errichtet. Oben auf dem Platz hinter der Kirche, wurde von einem jungen Künstler nach dem Entwurf von Marianne Graf eine Skulptur errichtet: der Schöpfungsstein mit Lebensschale. In der Lebensschale sind die Zeichen der christlichen Religion, das Kreuz, für die jüdische Religion die Menora und für den Islam der Halbmond gemeißelt. Sie sollen das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Religionsgruppen symbolisieren und zugleich den gemeinsamen Kampf der Religionen um Gerechtigkeit, um Menschenwürde, um Frieden, Freiheit und Bewahrung der Schöpfung. Es ist dies das erste so geartete Zeichen auf dem ganzen Balkan.

Und doch gab es auch in Rubik einen schrecklichen Anblick, die riesige aufgelassene Kupferhütte. Sie musste von der WHO geschlossen werden, da der Giftausstoß so schwer war, dass den Arbeitern Blut aus Mund und Ohren kam, trotzdem hätten sie gerne weitergearbeitet. Seither ist die Arbeitslosigkeit in Rubik zwischen 70 % und 80 %.

Gegen Abend fuhren wir nach Tirana und erlebten während einer Schaukelfahrt durch die armen Viertel im Slumgürtel, die menschenunwürdigen Behausungen gesäumt von Müllbergen. Es ist nicht zu beschreiben, was wir dabei empfanden. Da erklärte uns Marianne, das sei der Grund, warum sie soviel daransetzt, dass die Leute Lebensmöglichkeiten in ihren heimatlichen Bergen bekommen, um nicht hierher siedeln zu müssen.

Eindrucksvoller konnte der Anschauungsunterricht bezüglich Mariannes Strategie des Helfens nicht sein.
Am nächsten Tag fuhren wir ins Bergland von Mirdita. Wir besuchten zwei Schulen, es war erschütternd für uns, in welch armseligen baulichen Zustand sie sich befinden, nicht zu reden von der mangelhaften bis fehlenden Einrichtung. Trotzdem wird jede Schule wenigstens vor Schulbeginn ausgeweißt.
Wir fuhren weiter Richtung Puke, vorbei an einer Kinderversorgungseinrichtung von AAP und einem Medizinischen Versorgungszentrum.

Immer wieder kommt es zu herzlichen Begegnungen mit Menschen, auf der Straße, in Dörfern, in Städten, in Cafes. Z. B. kommen gerade vor einer von AAP errichteten Ambulanz zwei junge Frauen vorbei, die in großer und inniger Dankbarkeit die gute Arbeit des Arztes und der medizinisch technischen Assistentin loben und beteuern, wie notwendig diese Einrichtung für die Bewohner dieses Gebietes ist.

Bald ging es weiter nach Kryezi. Nachdem wir die neue Gesundheitsstelle von AAP – Sternkreuzorden ansahen, erleben wir etwas, was in Worten und Bildern eigentlich nicht zu schildern ist. Der Bürgermeister bittet uns, eine Familie aufzusuchen. Was wir dort an Not und Elend sahen, das empfand ich wie einen Lokalaugenschein, bei dem ich aber selbst vor Gericht stehe. Das Haus im Zusammenbrechen, die Küche mit Lehmboden und der einzige Aufenthaltraum ohne einen Einrichtungsgegenstand, dieser Raum ist aber nur über eine halsbrecherische Leiter zu erreichen. Es ist erschütternd, Fotos von solchen Missständen zu sehen, aber in einem solchen Raum zu stehen und die Menschen kennenzulernen, das schneidet mitten ins Herz. Der Bürgermeister erklärt uns, er habe aber in seinem Gebiet viele Familien, denen es gleich oder ähnlich ergeht. Zu diesem Gebiet führt eine eiserne „Brücke“, die nur aus zwei Schienen und Sprossen im Abstand von circa einem halben Meter besteht, ohne Geländer. 50 Kinder müssen über diese Brücke, wenn sie zur Schule gehen. Es ist kein Material vorhanden, eine sichere Brücke zu bauen. Sehr still und doch zum Kämpfen bereit, machen wir uns wieder auf den Weg.

Marianne kündigt uns an, wenn die Straße befahrbar ist, werden wir heute bei einer Bauernfamilie nächtigen. Wir fahren bergauf, passieren unzählige Kurven und Löcher. Plötzlich ist die Straße verlegt durch Steine. Man sieht keinen Menschen und kein Haus weit und breit, wir stehen da mitten im Gesträuch. Da hupt Herr Skender Thaci, der verlässliche albanische Mitarbeiter von Marianne, und bald kommen schon die Leute der Familie. Die Burschen machen den Weg frei, es ist allerdings ziemlich halsbrecherisch auf diesem Weg im Retourgang zu fahren, es muss auch die Stoßstange daran glauben. Aber schließlich kann das Auto auf dem Weg geparkt werden und wir wandern mit den Familienmitgliedern zum Haus. Die Leute kennen Marianne schon lange und freuen sich ungemein über den unerwarteten Besuch. Wir werden wie Ehrengäste aufgenommen. Diese Familie steht wirtschaftlich etwas besser da, sie haben drei Kühe, einige Ziegen, zwei Bienenstöcke und bauen auf einem winzigen Feld Mais und Kartoffeln an. Bargeld ist kaum erwirtschaftbar, so können sie auch das Haus nicht reparieren. Im Winter gibt es viel Schnee, immer eine große Gefahr für das altersschwache Dach.

Die Menschen dieser Familie zeigten eine hohe Kultur in ihrem Umgang miteinander und in ihrer unüberbietbaren Gastfreundschaft. Das Nachtlager, berührend einfach, doch umso herzlicher hergerichtet, wird uns sicher in tiefer Erinnerung bleiben.
Wir fuhren die Bergstraßen weiter und sollten noch eine Familie aufsuchen, von deren Not Marianne Kenntnis hatte. Auch dieser Familienbesuch war nicht weniger schockierend als der erste. Diese Besuche hinterließen in mir und auch in Maria sicher Spuren, die bleibend sind. Die traurigen Augen des jungen Mädchens und der kleinen Kinder (ein Sechsjähriger schaut aus wie ein Dreijähriger) , ja die gesamte verzweifelte Lage dieser Familie heißt uns um Mittel für dieses Dorfprojekt zu kämpfen. Denn auch hier ist dies nicht die einzige Familie, die in so trister Situation ist – 13 Familien im Elend warten auf Hilfe.
Dann fahren wir weiter nach Puke. Wir besuchen auch einen Treffpunkt für Behinderte, der von AAP installiert wurde und nun weiter ausgebaut wird.

Nachmittags treffen wir P. Giovanni in Kcire. Er führt in Zusammenarbeit mit AAP ein landwirtschaftliches Projekt durch, das zugleich die Entwicklung der Landwirtschaft fördert und andrerseits den Leuten Arbeit und Einkommen verschafft. Wir besuchten die angelegte Baumschule, wo vorerst hauptsächlich Bäume gezogen werden, die gegen die Erosion gepflanzt werden können. Weiters bestaunten wir einen Erdbeeranbau und die Marmeladeerzeugung, sowie die fertigen Produkte. Was ist da schon Marianne durch eine Vorfinanzierung gelungen! Ein starkes Beispiel, das zeigt, dass gegen die Abwanderung effizient vorgegangen werden kann………
Wie sehr braucht Marianne aber auch unsere Unterstützung. Sie braucht ganz entschlossene Mitkämpfer, dass unsere Nächsten, was sie auf Grund ihrer Notsituation sind, menschenwürdig leben können. Marianne Graf ist mit ihrer Hilfsorganisation eine Hoffnungsträgerin für die ganze Region und sie hat auch schon mit Hilfe ihrer Helfer und in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung dort sehr viele Orte der Hoffnung geschaffen. Es ist mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein, es sind Hilfsmaßnahmen, die tatsächlich Veränderung bewirken und zur Stabilisierung einer ganzen Region beitragen, indem die Bewohner abgehalten werden, in die Slums von Tirana zu siedeln.… viele Bitten werden an sie herangetragen.